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12. Januar 2009
Musikverein Verl

Applaus für den Musikverein

von Hubertus Ebbesmeyer (Neue Westfälische)

Jahreskonzerte begeistern mit brillanter Musik und witzigen Showelementen

Orchester-Ohrenschmaus: Dietmar Kay ließ den Taktstock vor den Musikvereinsmitgliedern kreisen und lud die Gäste ein zu Titel wie „Let the Sunshine in your hearts“

Orchester-Ohrenschmaus: Dietmar Kay ließ den Taktstock vor den Musikvereinsmitgliedern kreisen und lud die Gäste ein zu Titel wie „Let the Sunshine in your hearts“

Mittendrin: Vereins-Vorsitzender Siegfried Helfberend (m.) unterstützte die Jahreskonzerte an der Klarinette.

Mittendrin: Vereins-Vorsitzender Siegfried Helfberend (m.) unterstützte die Jahreskonzerte an der Klarinette.

Wuchtige Klänge: Lieferten diese tiefen Blechbläser aus dem Jugendorchester.

Wuchtige Klänge: Lieferten diese tiefen Blechbläser aus dem Jugendorchester.

Samtene Klänge: Entlockte Alexander Auler seiner Trompete während seines Solo-Auftritts.

Samtene Klänge: Entlockte Alexander Auler seiner Trompete während seines Solo-Auftritts.

Schülerorchester im Scheinwerferlicht: 35 Jugendliche waren beim Jahreskonzert dabei – hier ein Blick auf den Saxophon-Nachwuchs.

Schülerorchester im Scheinwerferlicht: 35 Jugendliche waren beim Jahreskonzert dabei – hier ein Blick auf den Saxophon-Nachwuchs.

Verl. Die Jahreskonzerte des Musikvereins sind einfach das musikalische Highlight zu Beginn eines neuen Jahres. Mehr als 1.500 jubelnde Zuhörer erlebten dreimal drei Stunden Programm, das neben brillanter Musik auch witzige Showelemente bot.

Musikvereins-Vorsitzender Siegfried Helfberend lud die Gäste ein, „Let the Sunshine in your hearts“ („Lasst die Sonne in eure Herzen“). Das Publikum folgte gern, lehnte sich zurück und genoss. Den Gute-Laune-Hit „Chase the Sun“ ebenso wie das mysteriöse Klanggemälde um „Schlösser und Legenden“, das musikalisch sämtliche Stimmungsfacetten ausleuchtete, ein Medley mit „Africa“, „Rosana“ und „Stop Loving You“ der Band „Toto“ und einen schmissigen, temperamentvollen „Ramberg-Marsch“. Die Einzigartigkeit der „Blauen“ machte Moderator Andreas Berenbrinker deutlich: „Wir haben keinen Walzer-Franz und keinen Pop-Franz, wir haben einen Polka-Franz.“ Und für diesen, gemeint war der Ehrenvorsitzende und Polka-Liebhaber Franz Berenbrinker, und das Publikum gabs ein echte böhmische Jägerpolka. Der Kracher schlechthin war André Aelker. Mit seinen Xylofon-Schlägeln spielte er die staunenden Zuhörer bei „Mallet Man“ regelrecht schwindelig.

Alina und Jana Reckord, Jennifer Reinke und Johannes Möller übernahmen die pfiffige Moderation des unter Fabian Rademacher grandios aufspielenden Schülerorchesters. 35 Kinder, 14 davon überhaupt das erste Mal beim Jahreskonzert dabei, musizierten munter drauf los, boten mit Melodien aus „Hannah Montana“ und „Brother Bear“ ausgezeichnete und anspruchsvolle Stücke und gaben in „Atlantis“ der Schlagzeugtruppe viel Gelegenheit zu glänzen. Bravo-Rufe und rhythmischer Applaus der Zuhörer wurden mit einem fein musizierten Medley aus Gospelsongs belohnt.

Wie wertvoll die Nachwuchsarbeit für den Musikverein ist, merkt als erster Mike Finke, Dirigent des 58-köpfigen Jugendorchesters. Er übernimmt nach einer Weile die Musiker aus dem Schülerorchester, arbeitet weiter an deren musikalischer Vervollkommnung, um sie fit für die „Blauen“ zu machen.

Finke zeigte gleich beim „The Olympic Spirit“ von John Williams, welchen hohen Anspruch das Jugendorchester an sich stellt. Wuchtige, ja monumentale Klänge sind da zu hören, und doch ist das nicht alles. Denn sie können auch geschmeidiger. Etwa in der „Manhatten Saturday Serenade“ von Philp Sparke, bei der Trompeter Alexander Auler mit samtenen Klängen brillierte. Gemeinsam mit Cornelia Moschner hatte Auler auch die Moderation übernommen. „Opfer“ waren da unter anderem die Gäste in der ersten Reihe.

Angetan von Melodien aus „Tanz der Vampire“, dem mit Cornelia Moschner an der Schreibmaschine gestalteten, legendären „Typewriter Song“ und das Medleys „Absolute Crossover“ waren auch Dominik Avenwedde und Thorsten Wieking. Beide standen im Publikum und hatten vor Jahren die Nachwuchsorchester geleitet. Sie lobten zurecht Qualität und homogenen Klang, Intonation und Spielfreude der Jugendlichen, die mit „Tequila“ oder auch „La Bamba“ noch mal so richtig loslegten.

Blumen und Applaus gabs für viele Akteure in Reihen des Musikvereins. Allen voran applaudierten die Besucher den mitreißend agierenden Dirigenten. Mike Finke hatte die Ehre, die Finalstücke zu dirigieren.

Den Originalsatz von „Blaze away“ aus dem Jahr 1901 hatte sich Finke von einem schottischen Orchester kommen lassen. Die klangliche Opulenz wurde hernach noch vom verzaubernden „Nessun dorma“ aus Puccinis Oper Turandot gesteigert. Da geht einem das Herz auf und Gänsehaut macht sich breit, wenn 130 Instrumentalisten für satte Bläsersinfonik sorgen. Chapeau!