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13. Januar 2014
Musikverein Verl

Ein Musikprogramm zum Verlieben

von Die Glocke online
Martin Pollmeier auf der Trompete beim Jahreskonzert des Musikvereins. Bild: Steinecke

Martin Pollmeier auf der Trompete beim Jahreskonzert des Musikvereins. Bild: Steinecke

Verl (rast) - „Bleiben Sie uns gewogen“, hat Andreas Berenbrinker, der Vorsitzende des Musikvereins Verl, zum Ausklang des Jahreskonzerts gesagt. Damit rannte er beim Publikum offene Türen ein. Schüler-, Jugend- und Blasorchester hatten den randvoll besetzten Saal komplett in ihren Bann gezogen.

1400 Karten hatte der Musikverein im Vorfeld für seine Traditionsveranstaltung verkauft. Ein Indiz dafür, dass das Konzert auch nach 51 Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt hat. „Läuft gut“, bemerkte Andreas Berenbrinker denn auch mit einem strahlenden Lachen, bevor die ersten Takte zu zwei Stunden unbeschwerter Unterhaltung erklangen.

Den Auftakt bildete das Jugendorchester. „Das fühlt sich an wie ein frisch verheiratetes Ehepaar“, sagte Dirigent Anatol Gomersall, der „frisch verliebt“ in sein Orchester die Bühne betrat. Vor einem Jahr hat der gebürtige Engländer die Leitung übernommen und den Nachwuchs kräftig vorangebracht. Das Jugendorchester meisterte die episch breite und vom starken Blech lebende „Symphonic Suite from Star Trek“ ebenso wie das vielschichtige „Stevie Wonder in Concert“. Am Ende wurde das Publikum mit „To be Vivid Stars“ auf eine Sternenreise entführt. Mit einer flockig-leichten Zugabe leitete Gomersall über zum Schülerorchester.

Zweieinhalb Bier lang Pause

Auch dessen Leitung hat er übernommen. Eine passende Wahl, denn Dirigent und Orchester harmonierten gut. Während Gomersall auf der Wellenlänge der Jugendlichen liegt, trifft der Nachwuchs die Töne bei „A London Intrada“, „Siyahamba“ und „Junk funk“. Doch nicht nur mit jungen Menschen versteht sich Gomersall. Der musikalische Leiter kennt auch Verler Gepflogenheiten. Gomersall mit einem Augenzwinkern: „Die Pause dauert so lange, wie es hier in Verl üblich ist – zweieinhalb Bier lang, also sechs Minuten.“

Mit seinem flotten Sprung auf die Bühne nahm Blasorchester-Dirigent Dietmar Kay schon rein optisch den vorgegebenen Schwung wieder auf. Und musikalisch sowieso. Ungezwungenes Schunkeln beim „Carneval von Venedig“ mit dem Solo von Martin Pollmeier. Der Montana-Marsch zum Mitwippen ein Muss unter den Klassikern für Orchester. Fazit: Nie war „gewogen bleiben“ so leicht.