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14. Januar 2013
Musikverein Verl

Ganz unwestfälisch quirlig

von Matthias Gans (Neue Westfälische – nw-news.de)

Die drei Orchester des Musikvereins Verl brillierten vor 1.300 begeisterten Zuschauern

Die Mitglieder des Schülerorchester offenbarten ihren Ehrgeiz, bald ins Jugendorchester aufsteigen zu können. Foto: NW

Die Mitglieder des Schülerorchester offenbarten ihren Ehrgeiz, bald ins Jugendorchester aufsteigen zu können. Foto: NW

Foto: Matthias Gans

Foto: Matthias Gans

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Verl. Krise? Welche Krise? Von den jüngsten Wirren um den Wechsel der Orchesterleitung war beim Auftritt des Ostwestfalen-Jugendorchesters beim Jahreskonzert im Schulzentrums am Samstagabend nichts zu spüren. Offenbar hat es der erst vor wenigen Wochen neu ernannte Dirigent Anatole Gomersall innerhalb kurzer Zeit geschafft, die Spielfreude der rund 75 jungen Musikerinnen und Musiker neu zu entfachen und sie zu Höchstleistungen anzuspornen.

Überhaupt zeigten sich die drei Orchester des Verler Musikvereins bestens vorbereitet. Fabian Rademacher hatte kurzfristig die Proben des Schülerorchester übernommen und präsentierte seine "Truppe" in Adeles "Rolling In The Deep" und dem Stück "Checkpoint" als überaus hoffnungsvolles Nachwuchsreservoire für den Musikverein. Dass sich sogar ein Vater eines der jungen Musikers seinen Jugendtraum erfüllt und sich als Neuling mitmusizierend zwischen die rund 45 Teens gewagt hatte, zeigt: es ist nie zu spät, beim Musikverein einzusteigen. Man darf guter Dinge sein, dass Barbara Buschmann als neue Geschäftsführerin des Schülerorchesters die gute Basisarbeit ihres Vorgängers Bernd Grauthoff weiterzuführen versteht. 

Die Freude, mit der Andreas Stuckmann als zweiter Vorsitzender des Musikvereins Anatole Gomersalls Verpflichtung ankündigte, war echt. Und sie war berechtigt. Denn was Anatole Gomersall den jungen Kräften an Anspruch und stilistischer Vielseitigkeit "zumutete", dankte ihm das Orchester mit spürbarer Begeisterung. Ob "Coldplay"-Songs oder Bossa nova, TV-Hits oder "Sedona", das Stück, mit dem das Orchester im Mai beim Musikfest in Chemnitz zeigen will, was es drauf hat - alles bestach durch den Willen zu Präzision und Ausdruck. 

Dass Leichtigkeit und Präzision sich nicht ausschließen, zeigte das Ostwestfalen-Blasorchester unter Dietmar Kay. Hier klappte einfach alles, und zwar so brillant, dass zu Recht Zugaben gefordert wurden. Schlendrian erlaubte sich das Orchester nur beim Großstadtbesuch in "A City’s Inspiration". Und in "St. Lucia Calypso" erwies es sich gänzlich unwestfälisch locker. Höhepunkt: Das Solo von Tobias Erichlandwehr in "Tuba Concerto Espanol". So quirlig dürfte man den Tieftöner selten gehört haben. Insgesamt eine tolle Konzertfolge, die zeigte, dass der Musikverein so schnell nicht aus der Bahn zu werfen ist.

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