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12. Januar 2015
Musikverein Verl

Glänzender Start ins Jubiläum

von Neue Westfälische / Robert Becker

1.300 Besucher feiern Neujahrskonzerte des Musikvereins

Keineswegs ein Oldie: Das Jugendorchester wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, seine Mitglieder und Dirigent Anatole Gomersall präsentierten sich in bester Jubiläumsform. | © Fotos: Robert Becker

Keineswegs ein Oldie: Das Jugendorchester wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, seine Mitglieder und Dirigent Anatole Gomersall präsentierten sich in bester Jubiläumsform. | © Fotos: Robert Becker

Genauso alt wie sein Orchester, hat Anatole Gomersall sich seine Jugendlichkeit bewahrt. | © Fotos: Robert Becker

Genauso alt wie sein Orchester, hat Anatole Gomersall sich seine Jugendlichkeit bewahrt. | © Fotos: Robert Becker

Verl. Mit einem beeindruckenden Konzert ist der Musikverein Verl ins Jubiläumsjahr gestartet. Vor ausverkauftem Haus spielten die drei Orchester am Samstag wie in einem Rausch. Gestern folgten zwei weitere Konzerte, für die ebenfalls fast alle Vorverkaufskarten abgesetzt waren.

"Das Jugendorchester ist jetzt ein Jubiläumsorchester", stellte Anatole Gomersall, im dritten Jahr Dirigent des Ensembles, nach dem Auftritt fest. Zusammen mit den Schülern lieferten die Jungmusiker eine ideale Einstimmung auf den Hauptteil im zweiten Abschnitt des Abends, in dem das Verler Ostwestfalen-Blasorchester so richtig aufdrehte.

Das Jugendorchester ist exakt so alt wie der Dirigent - 50 Jahre. "Ihr überrascht mich immer wieder", strahlte Anatole Gomersall, als das Jugendorchester fünf Stücke plus Zugabe zelebriert hatte. Die waren geschickt angelegt. Mit "Concert Prelude" (Komponist: Philip Sparke) und "The Baron of Dedem" (Carl Wittrock) ging es schon gut los.

Gleichwohl zeigten die nächsten Stücke eine enorme Steigerung. Beim "Tangled", das Alan Menken komponiert und Takashi Hoshide arrangiert hat, gefiel besonders das Zusammenspiel der hellen Töne aus Flöten und Saxofonen. Das anspruchsvollste Stück waren die "Arabian Dances". Mit ihnen entführte das Jugendorchester die 500 Zuhörer in die orientalische Welt. Spätestens, als im zweiten Teil die Handtrommeln einsetzten, fühlte sich das Publikum in den Orient versetzt. Zum Ende hin wurden die Tänze immer schneller, immer mehr Instrumente stimmten ein und lieferten einen vollen, satten Klang.

Ihr Publikum hatten sie längst erobert, als mit "September" und "We live together" Pop und Funk in die Hauptschulaula einzogen.

Die Moderatoren Michael Diels und Jonathan Verhoven hatten die Zuhörerränge in drei Sektoren eingeteilt, die zu den verschiedenen Abschnitten tanzen sollten. "Machen Sie einen Foxtrott oder Discofox", sagten die beiden. Das war natürlich ebenso wenig ernst gemeint wie die anderen Showeinlagen, mit denen die beiden zuvor bereits ihre Moderationen gewürzt hatten. Dabei hatten sie dieses Mal eine "informative und klamaukfreie Ansage" angekündigt, schließlich würde das Jugendorchester 50 alt. Aber schon kurz darauf, als sie das Märchen von Rapunzel erzählten, die sich in den "König Walt Disney" verliebte, ging die Fantasie mit den Scherzbolden herzerwärmend durch.

"Das Üben hat sehr viel Spaß gemacht", blickte Anatole Gomersall auf die Vorbereitung, die seit September lief, zurück. Das galt wohl auch für die Arbeit mit dem Schülerorchester, die Gomersall ebenfalls leitete und mit denen er drei schöne Stücke präsentierte. Mit "Stormchasers" (Komponist: Alan Stein) mit einigen tiefen Tuba-Einsätzen folgte in "Superspy" (Luigi di Ghisallo) die "Suche nach den Klangwelten", wie das Moderatorenduo Lea und Henry betonte. Insbesondere Saxofone und Hörner dominierten das Stück. Riesenapplaus bekam die Formation für die Interpretation des Welthits "Viva la vida" der britischen Popband "Coldplay". Ihrem Anspruch an "stürmisch, mysteriös, fröhlich - es lebe das Leben!", wie sie das Stück angekündigt hatten wurde das Schülerorchester jedenfalls vollauf gerecht. Mit "Ghostbusters" gaben sie unter Einbeziehung des Publikums eine ebenso großartige Zugabe.

Auf diesem hohen Niveau ging es nach der Pause weiter. Das Verler Ostwestfalen-Blasorchester unter Dirigent Dietmar Kay begeisterte mit fünf Stücken plus Zugabe, aus denen zwei ganz besonders herausragten: Die "New York Ouvertüre" zieht musikalisch durch die Stadtteile der Weltstadt, sie endet an Broadway (mit Musicalinszenierung) und der Freiheitsstatue.

Wie die Ouvertüre entstammten die folgenden "Highlights from Robin Hood" (die u.a. Bryan Adams komponiert hat) einer früheren Aufführung. Genau 20 Jahre nach der schon damals begeistert aufgenommenen Präsentation zum 30. Geburtstag des Jugendorchesters spielten die Verler Musiker die beiden Stücke erneut. Dafür und für die dazwischen zelebrierte "Clarinet Jam" mit den sechs Solobläsern ganz vorn auf der Bühne war den 40 Musikern die Hingabe des Publikums schon vor den letzten beiden Stücken "Heidrun-Polka" und "Mussian-Marsch" sicher.