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12. Januar 2014
Musikverein Verl

Instrumentalisten gehen neue Wege

von Barbara Brunnert (Verler Zeitung)

Musikverein präsentiert 1400 Zuschauern ein vielfältiges Programm während des Jahreskonzertes

Den Auftakt gibt das Jugendorchester unter der Leitung von Anatole Gomersall. Gemeinsam spielen die fast 60 Mitglieder etwa ein Medley des bekannten Soulsängers Stevie Wonder, ehe sie die Bühne dem Schulorchester und den Blauröcken überlassen. Fotos: Barbara Brunnert

Den Auftakt gibt das Jugendorchester unter der Leitung von Anatole Gomersall. Gemeinsam spielen die fast 60 Mitglieder etwa ein Medley des bekannten Soulsängers Stevie Wonder, ehe sie die Bühne dem Schulorchester und den Blauröcken überlassen. Fotos: Barbara Brunnert

Zur Einstimmung lassen die Instrumentalisten unter der Leitung von Dietmar Kay die »Glory Fanfare« erklingen.

Zur Einstimmung lassen die Instrumentalisten unter der Leitung von Dietmar Kay die »Glory Fanfare« erklingen.

Die Schlagzeuger geben beim Schülerorchester den Takt an.

Die Schlagzeuger geben beim Schülerorchester den Takt an.

Solist Martin Pollmeier überzeugt an der Trompete.

Solist Martin Pollmeier überzeugt an der Trompete.

Verl (WB). Als feste Größe im Gemeindeleben und Garant für abwechslungsreiche Unterhaltung hat sich übers Wochenende der Musikverein Verl präsentiert. Insgesamt mehr als 1400 Zuhörer füllten das Pädagogische Zentrum der Hauptschule an drei Aufführungstagen restlos aus.

Sowohl das Erwachsenen- als auch das Jugend- und das Schülerorchester beendeten ihre Auftritte jeweils mit einer Zugabe. Auch ansonsten hielt das knapp 150-minütige Programm manch gelungene Überraschung bereit. Die drei Ensembles würden ein »Stück Chemnitz nach Verl holen«, versicherte der neue Vorsitzende Andreas Berenbrinker den Konzertgästen direkt zu Beginn und erinnerte noch einmal ans Deutsche Musikfest im vorigen Frühjahr, bei dem die Instrumentalisten vom Ölbach im sächsischen Oberzentrum zweimal die Note »sehr gut« erzielten. Von nichts kommt nichts: Auch im aktuellen Repertoire steckte rund ein halbes Jahr intensive Probenarbeit.

Den Auftakt gaben die fast 60 Mitglieder der Jugendriege, die sich mit dem langsam entfaltenden Stück »Slipstream« von Anfang an als harmonisch ausgewogenes Orchester präsentierten. Unter dem Titel »Stevie Wonder in Concert« verbanden die Heranwachsenden die beliebtesten Hits des blinden Soul- und Popsängers von »Sir Duke« bis »Signed, sealed, delivered, I’m yours«. »Absolut genial « fand Dirigent Anatole Gomersall die Leistung seiner Schützlinge bei der fernöstlich angehauchten Komposition »To be vivid stars« des Japaners Yagisawa: Ihre Aufführung voller Herzblut machte es den Besuchern leicht, die Sterne funkeln zu hören.

Mit dem Sommerhit »Ai se eu te pego« des Jahres 2012 leiteten die Jugendlichen schließlich zum Schülerorchester über. Die Jungs und Mädels im Durchschnittsalter von elf Jahren luden das Publikum zunächst im gemächlichen Marschtempo in die Heimat ihres Kapellmeisters ein: »A London Intrada« erreichte nicht bloß durch fanfarengleiche Signale große Festlichkeit. Mit der eingängigen Zulu-Hymne »Siyahamba« ging die musikalische Reise weiter via Südafrika. Auf leeren Ölfässern und Eimern gaben die Schlagzeuger den Takt zu »Junk Funk« vor; darin stimmten ihre Mitstreiter mal instrumental, mal klatschend und stampfend ein.

Weitere Überraschungen bescherten – natürlich – die Aktiven im Ostwestfalen-Blasorchester unter bewährter Leitung von Dietmar Kay. Zur Einstimmung ließen die gestandenen Männer und Frauen mit enormer Spielfreude zuerst die »Glory Fanfare« erklingen. Noch eindrucksvoller fügten sie danach die drei Teile der Komposition »Dublin Pictures« zu einem facettenreichen Panorama zusammen. Die Melodie im zweiten Satz erinnerte an die anrührende Ballade »Oh Danny Boy«. Zusätzlich zu ihren teils extra gedämpften Trompeten und Posaunen stimmten die Vereinsmitglieder auch ein sängerisches Gesumm an. Der traditionellen Jigs und Reels ähnelnde, lebhafte Reigen im Schlussteil nahm immer weiter Fahrt auf. Das Schlagwerk ahmte die irische Rahmentrommel Bodhran nach. Wohl verdienten, begeisterten Applaus erntete zudem Trompeter Martin Pollmeier, der mit seinen Bravourvariationen über die bekannte Melodie »Mein Hut, der hat drei Ecken« im Solo von »Der Carneval von Venedig« brillierte.

Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die einzelnen Stücke wussten die drei Moderatoren-Duos Nils Eickhoff und Jannis Jeger, Michael Diels und Jonathan Verhoven sowie Simone Pankoke und Klaus Kröning zu erzählen.