Sie sind hier: Aktuelles
21. Mai 2012
Musikverein Verl

Roter Teppich für die Majestäten

von Westfalen-Blatt: Sabrina Beck (Text) und Carsten Borgmeier (Fotos)

Tausende Besucher beim Bundesköniginnentag – Festgottesdienst im Stadion – Besucher säumen Straßen

Die Marschkolonne schien kein Ende zu nehmen, mehrere Tausend Zuschauer an den Straßenrändern spendeten reichlich Applaus. Der Bundesköniginnen-Tag in der jungen Stadt Verl brachte viel Glanz und Gloria an den Ölbach. 7000 Schützen aus dem ganzen Bundesgebiet begleiteten die Majestäten im Rahmen eines prächtigen Festumzugs.

Verl (WB). Eine schöner als die andere: Schützenköniginnen und -prinzessinnen aus den Diözesanverbänden Trier, Münster, Aachen, Köln, Essen und Paderborn sind am Sonntag beim 57. Bundesköniginnentag in Verl über den roten Teppich geschritten.

Der Festumzug, angeführt vom Berittenen Fanfarenzug Freckenhorst, war mehrere Kilometer lang – und zahlreiche Schaulustige jubelten den Königinnen, Prinzessinnen und Throndamen, den Schützen und Musikkapellen vom Straßenrand aus zu. Das hat es in dieser Größenordnung in Verl noch nicht gegeben.

Begonnen hatte der Tag mit einem Gottesdienst im Stadion an der Poststraße, wo die gastgebende St. Hubertus-Schützengilde einen Altar mitten auf dem Rasen aufgebaut hatte. Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm, Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, und die Landtagsabgeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung, Christina Schulze Föcking, begrüßten die Anwesenden. Dann übernahmen Gilde-Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher, Bundespräses Weihbischof Dr. Heiner Koch und der Diözesanjungschützenpräses Jörg Plümper. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Musikverein Verl unter der Leitung von Martin Pollmeier sowie vom Gospelchor S(w)inging Voices (Leitung: Michael Brockschmidt, Solistin: Lea Landwehr). Nicht zu überhören war die Böllerschützengruppe der St. Johannes-Schützenbruderschaft Garfeln.

Damit die Schützen und ihre Gäste später gut gestärkt durch die Stadt marschieren konnten, gab's belegte Brötchen. Und wer hat die 2000 Hälften geschmiert? Richtig: die Frauen. »Wie immer«, sagte Elisabeth Maasmeier. »Wir haben um 7 Uhr morgens angefangen.« Dabei war die Nacht für viele Beteiligten ziemlich kurz gewesen. Schließlich wurde bereits am Samstag kräftig gefeiert in Verl. Zunächst hatte die Stadtverwaltung zum Empfang in den Ratssaal eingeladen, anschließend stand ein Festmarsch zum Kirchplatz auf dem Programm, wo der Musikverein und der Spielmannszug Avenwedde den Großen Zapfenstreich intonierten. Abends ging es im Festzelt rund. 
Auf kleinere Zwischenfälle reagierten die Gilde-Schützen flexibel: Als Bundeskönigin Anke Stahl beim Zapfenstreich schwindelig wurde, rief Kommandeur Johannes Rempe kurzerhand seinen Kegelbruder Frank Jakobtorweihen an, der Stahl und ihren Mann Thomas mit seinem Käfer-Cabrio von 1964 abholte und zum Festplatz chauffierte: »Dafür hab ich extra mein Grillwürstchen liegen gelassen!«

Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm sprach der Gilde ein großes Lob für die Vorbereitung des Bundesköniginnentages aus: »Sie haben sensationelle Arbeit geleistet.« Mit dem Namen der Stadt, in der er feierte, tat sich der Hochmeister des Bundes, ebenso wie Christina Schulze Föcking, allerdings schwer: Er sprach immer wieder von »Werl« statt von »Verl«. Tat der Veranstaltung aber keinen Abbruch: Die Einheimischen wiesen ihn gern immer wieder auf die korrekte Aussprache hin.