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26. September 2013
Schülerorchester

Übung macht den Meister

von Karin Prignitz (nw-news.de)

Musikverein sucht Nachwuchs im tiefen Blech für das Schüler- und Jugendorchester

Auch Erwachsene dürfen probieren: Andreas Pollmeier spielt normalerweise Jagdhorn und testet jetzt die Tuba. (Foto: Karin Prignitz)

Auch Erwachsene dürfen probieren: Andreas Pollmeier spielt normalerweise Jagdhorn und testet jetzt die Tuba. (Foto: Karin Prignitz)

Verl-Sürenheide. Auf große Resonanz stieß am Wochenende die Einladung des Musikvereins Verl. Mehr als 50 Kinder waren in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister in das katholische Pfarrheim Sürenheide gekommen. "Hast Du Töne?" hieß es dort.

Das Schüler- und Jugendorchester mit seinem Leiter Anatole Gomersall stellte eindrucksvoll vor, wie mitreißend, fröhlich und von Zusammenhalt geprägt diese Töne und das gemeinsame Musizieren sein können. Schnell werden noch zusätzliche Stühle herbeigeschafft, weil so viele Interessenten gekommen sind. Wie es kling, wenn das Orchester zusammenspielt, hören sie, und immer wieder werden einzelne Instrumente vorgestellt. Schüler erzählen, warum sie sich gerade dafür entschieden haben.

Dann dürfen die Besucher selber ausprobieren. Kimberly Hempel greift zunächst zum Saxophon und bekommt sofort einen Ton heraus. Die Neunjährige strahlt, ihre Eltern auch. Trotzdem: "Ich probiere jetzt noch mal was anderes aus."

Was Annika Merz beachten muss, wenn sie sich für die Querflöte entscheidet, das erklärt ihr die schon erfahrene Spielerin Marie Kerkhoff. Seit fünf Jahren ist sie dabei. Erst halb so alt ist Viktoria Füchtemeier. Die Zweineinhalbjährige gehört zu den jüngsten Besuchern der Instrumentenvorstellung. Verschmitzt lächelnd sitzt sie am großen Schlagzeug, erzeugt laute Töne mit den Schlägeln und findet es toll. Ihre Mutter spielt Querflöte im Erwachsenen-Orchester, ihr Bruder versucht sich an der Bockflöte. "Viktoria hat eine musikalische Veranlagung, zu Hause singt und tanzt sie", erzählt die Mama. Ob sie bald den Rhythmus im Familien- und irgendwann womöglich auch Schülerorchester angibt, bleibt abzuwarten.

Henri Helfbernd (8) probiert das Spiel am Drumset und auch der Tuba. "Ich persönlich bin für Blockflöte", verrät seine Mutter Martina. Andreas Berenbrinker hingegen könnte sich Henri gut an der Tuba vorstellen. Der Vereinsvorsitzende betont, dass der Musikverein nicht mit Nachwuchsmangel zu kämpfen hat. Beim tiefen Blech aber, genauer gesagt im Tuba-, Posaunen- Bariton- und Tenorhornbereich, wäre es dennoch schön, wenn noch mehr Kinder Gefallen daran finden könnten. "Ehe man eine Karriere startet, muss man klein anfangen", hatte Andreas Berenbrinker gleich zu Beginn auf die wichtigen Übungseinheiten verwiesen.

Wie beim Fußball könne es in der Folge nicht nur Stürmer geben, "sondern auch Abwehrspieler und den Torwart". Wichtig vor allem: Der Spaß am Spiel. Derzeit spielen im Schülerorchester (neun 9 bis 16 Jahre) 45 Musiker, im Jugendorchester (13 bis 27 Jahre) 60 Musiker und im Erwachsenenorchester (ab 25 Jahre) 50 Instrumentalisten. Der Musikverein Verl hat mehr als 1.000 Förderer.