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7. Dezember 2010
Musikverein Verl

Verler sind Freunde nicht nur in der Not

von Andreas Berenbrinker

Partnerschaft mit Annaburg ausgiebig in Sachsen-Anhalt gefeiert – Musikverein mit großer Delegation unterwegs

Die Männer der ersten Stunde: Der ehemalige Leiter der Finanzen der Gemeinde Verl Josef Freise (von links), der damalige Annaburger Interims-Bürgermeister Detlef Schulze, der Initiator der Partnerschaft Klaus-Peter Niemz, der damalige Verler Bürgermeister Josef Lakämper und die engagierten Förderer der Partnerschaft Franz Berenbrinker sowie Dietrich Homuth.

Ve r l / A n n a b u r g (WB). Was Anfang der 1990er Jahre mit zarten Banden begann, hat sich 20 Jahre später zu einer dicken Freundschaft entwickelt. Verl und Annaburg sind nicht nur Partner in politischen Fragen, es hat sich eine herzliche Verbindung in vielen Bereichen entwickelt.

Das 20-jährige Jubiläum wurde jetzt in der Annaburger Schlosskirche gebührend gefeiert – und viele Verler machten sich auf den etwa 450 Kilometer langen Weg nach Sachsen-Anhalt.

Seit inzwischen 19 Jahren ist Erich Schmidt (SPD) Bürgermeister der Kleinstadt mit 3500 Einwohnern im Landkreis Wittenberg. Er hieß die Verler Delegation mit Vertretern einiger Vereine, drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und Mitgliedern des Rates herzlich willkommen und zeigte den Ostwestfalen nicht ohne Stolz einige schöne Ecken in Annaburg.

Erich Schmidt führte aus, dass sich in den vergangenen Jahren viel getan habe und zahlreiche Gebäude des Ortes renoviert und restauriert worden seien. So erstrahlen das Pflegeheim, das Amtshaus, das Pfarrhaus und auch das Feuerwehrgerätehaus im neuen Glanz. Die Verler Gäste besuchten darüber hinaus die moderne und schöne Kindertagesstätte, die von 160 Mädchen und Jungen besucht wird. »An allen Ecken und Enden hat sich seit der Wend etwas getan«, berichtete Erich Schmidt.

Der offizielle Festakt fand unter Begleitung des Verler Musikvereins in der altehrwürdigen Schlosskirche statt. Bürgermeister Erich Schmidt nutzte die Gelegenheit, um einen Bogen zwischen 20 Jahren Deutscher Einheit und 20-jähriger Partnerschaft zwischen der Ölbachstadt und der Stadt an der Schwarzen Elster zu spannen. »Wer hätte in den 80ern gedacht, dass es diese Wende in der DDR geben würde?«, merkte er an – »und das ganz ohne Gewalt?« Schmidt erinnerte an die Aufbruchstimmung, aber auch an die Unsicherheit und die Ängste der Bürger.

Der Bürgermeister bedankte sich ausdrücklich bei den Verlern für all ihre finanzielle, materielle und beratende Hilfe. Besonderer Dank galt hierbei den Helfern der ersten Stunde. Der damalige Gemeindedirektor Klaus Hörsting fehlte urlaubsbedingt beim Festakt, aber der ehemalige Bürgermeister Josef Lakämper, der Leiter der Finanzen der damaligen Gemeinde Verl, Josef Freise, und die engagierten Freunde der Partnerschaft Franz Berenbrinker und Dietrich Homuth waren dabei. Selbstververständlich fehlte auch nicht Detlef Schulze, der vor 20 Jahren als Interims-Bürgermeister den Partnerschaftsvertrag unterschrieben hatte. »Ohne Euch würde es diese Partnerschaft nicht geben«, sagte Erich Schmidt, »die Unterstützung aus Verl ist hier immer registriert und dankbar angenommen worden. «

Auch Verls Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) ließ es sich nicht nehmen, einige Worte an die zahlreich erschienenen Gäste zu richten. »Verl hat Annaburg immer gerne geholfe«, sagte das Stadtoberhaupt, »aber nur, wenn die Menschen in Sachsen-Anhalt dies auch wünschten.« Paul Hermreck erinnerte an die vielen Hilfestellungen, die Verl leistete, so zum Beispiel auch beim historischen Elbhochwasser im Jahr 2002. Hermreck vergaß aber nicht, auch die Annaburger zu loben. »Alle Annaburger können wirklich stolz darauf sein, was sie in den vergangenen 20 Jahren geschaffen haben.«

Bei der anschließenden Feier gab es viele Begegnungen, herzliche Wiedersehensfreude und angeregte Gespräche. Natürlich war auch das Hochwasser der Schwarzen Elster ein Thema. Der Pegel des Flusses ist in den vergangenen Wochen zwar zurückgegangen, aber hier und da sind immer noch überflutete Wiesen und Felder zu sehen.

Den Abschluss des Jubiläumswochenendes bildete ein musikalischer Frühschoppen am gestrigen Sonntag – ein Konzert aus Anlass der Freundschaft zwischen den Städten in »Ost und West«.