Aufbruchstimmung beim Musikverein

Das Jahreskonzert im Januar soll stattfinden – Vorstand stellt sich neu auf

Es herrscht spürbare Aufbruchstimmung beim größten kulturellen Verein der Stadt Verl. Auch das traditionelle Jahreskonzert im Januar 2022 soll stattfinden.

Die Corona-Krise sorgte bei den drei Orchestern des Vereins für einen großen Einschnitt. Beim Schüler- und Jugendorchester sowie beim Musikverein sind seit eineinhalb Jahren fast alle Auftritte ausgefallen, Proben konnten – wenn überhaupt – nur unter schwierigen Bedingungen stattfinden. Sie wurden digital oder unter strengen Auflagen an oder in der Schützenhalle durchgeführt.

Nun blickt der Musikverein Verl e. V. aber wieder positiv in die Zukunft. Ab dieser Woche dürfen die insgesamt rund 170 Musikerinnen und Musiker der drei Orchester wieder im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule proben. Der Verein hat einige musikalische Ziele ins Auge gefasst, endlich gibt es auch wieder Auftritte und Ständchen – das Salz in der Suppe für die Aktiven. Alle Orchester werden sich am 3. Oktober beim „Markt der Möglichkeiten“ präsentieren. „Wir wollen Werbung für uns machen und planen insbesondere für Kinder Aktionen“, sagte Lea Borgolte aus dem Planungsteam. Zwischen 10 und 17 Uhr werden sich 40 Verler Vereine zeigen und auf sich aufmerksam machen. Bestenfalls findet die Veranstaltung draußen statt. „Aber es wird auch Regen-Alternativen geben“, sagte der Vereinsvorsitzende Tobias Erichlandwehr. Außerdem planen die Orchester schon jetzt die Teilnahme am Verler Adventsmarkt im Dezember, der nach jetzigem Stand stattfinden wird. Und dann ist da das traditionelle Konzert im Januar. „Wir planen ein Jahreskonzert 2022“, brachte es die zweite Vorsitzende Barbara Buschmann unmissverständlich auf den Punkt. Es wird für das Jahreskonzert geprobt, es werden Registerproben stattfinden und auch intensive ganztägige Proben sind vorgesehen. Unter welchen Bedingungen das Konzert stattfinden wird, könne jetzt aber noch niemand genau sagen, sagte Buschmann im Hinblick auf die Corona-Krise. „Es wird aber anders sein als sonst.“ Noch im Januar 2020 waren über 1400 Gäste zu den drei Konzerten ins Pädagogische Zentrum gekommen, während das Jahreskonzert 2021 ausfallen musste. Barbara Buschmann stellte klar, dass man flexibel handeln müsse und man nichts versprechen könne. „Aber als Musiker brauchen wir Ziele und wir arbeiten jetzt auf das Jahreskonzert hin.“ Als Alternativen im Zuge einer Verschlechterung der Corona-Krise wurden von den anwesenden Mitgliedern ein Kirchenkonzert oder eine Verlegung des Konzertes in den Frühling vorgeschlagen. Schon jetzt freuen sich die Musikerinnen und Musiker auf das Deutsche Musikfest 2025. Nach erfolgreichen Abschneiden der letzten Feste in Chemnitz und Osnabrück, möchte der Verein in vier Jahren in Ulm und Neu-Ulm dabei sein.

In einer Videobotschaft stellte Michael Esken die Bedeutung des Musikvereins für die Stadt Verl heraus. „Der Musikverein ist wichtig für das gesellschaftliche Leben in der Stadt“, sagte der Bürgermeister. Er versprach die weitere Unterstützung der Kommune, zumal sich der Musikverein Verl auf einschneidende Änderungen vorbereiten muss. Da das Pädagogische Zentrum im Rahmen des Umbaus der Gesamtschule ab 2022 nicht mehr nutzbar ist, muss der Musikverein sich nach Alternativen für die Probenarbeit und das Jahreskonzert umschauen. Esken: „Es wird einen neuen Veranstaltungsraum mit einer Kapazität von gut 500 Menschen geben, das wird das neue Zuhause des Musikvereins werden.“ Michael Esken kündigte außerdem an, dass es eine neue Aula geben wird, die am Veranstaltungsraum angeschlossen werden kann. „Dann gibt es noch mehr Platz“. Die Bagger sollen laut dem Stadtoberhaupt ab Mitte 2022 rollen. Das Jahreskonzert 2023 – und sehr wahrscheinlich weitere Konzerte – können nicht am üblichen Standort stattfinden.

Im Vorstand stellt sich der Musikverein neu auf. Bernd Grauthoff (41) ist neuer Geschäftsführer des Gesamtvereins und Nachfolger von Gisbert Kisse. Da Grauthoff aus privaten Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, ließ er seine Ziele verlesen. Der Trompeter im Musikverein möchte eine Verzahnung der drei Orchester vorantreiben. Insbesondere zwischen dem Jugendorchester und dem Musikverein soll es intensivere Verbindungen und gemeinsame Projekte sowie Auftritte geben, um den Wechsel von der Jugend zu den älteren Musikern zu erleichtern. Neue Kassiererin und damit Nachfolgerin von Heins Masmeier ist die 42-jährige Bankkauffrau Kerstin Dreismickenbecker, Mutter zweier Musiker im Jugendorchester.

Während der Versammlung  wurden Musikerinnen und Musiker für ihre Treue geehrt. Seit 50 Jahren ist der Tubist Rembert Egbrinhoff aktiv, seit 40 Jahren Hildegund Masmeier (Querflöte) und Klarinettist Michael Graute. Seit zehn Jahren im Verein sind Ute Descher (Querflöte), Miriam Kay (Trompete), Jana Lienenlüke (Saxophon), Markus Bode (Tuba) und Dirk Flöing (Klarinette) Finanziell ist der Musikverein sehr gut aus der Krise gekommen. Der scheidende Kassierer lobte die föderativen Mitglieder des Vereins und die Stadt Verl. „Wir hatten kaum Austritte während der Corona-Krise und auch die Stadt hat den Verein mit Zuschüssen enorm unterstützt.“ Gleich zu Beginn der Krise habe sich der Verein um Corona-Hilfen bemüht und diese auch erhalten, zudem habe man den von der Stadt Verl ausgelobten Heimatpreis bekommen.

Vielen Dank an Andreas Berenbrinker, der Text und Fotos zur Verfügung gestellt hat.

intern Der Vorsitzende Tobias Erichlandwehr (vorne von links), seine Stellvertreterin Barbara Buschmann sowie Anatole Gomersall (hinten von links, Dirigent Schüler- und Jugendorchester), Dietmar Kay (Dirigent Musikverein), Manuela Bicker (Geschäftsführerin Schülerorchester), Schriftführerin Katharina Pollmeier, Christian Westerbarkei (Geschäftsführer Jugendorchester), stellvertretende Kassiererin Christina Füchtemeier-Kerkhoff, Lea Borgolte (Sprecherin Jugendorchester) sowie Kassiererin Kerstin Dreismickenbecker freuen sich über die Aufbruchstimmung. Auf dem Foto fehlt der neue Geschäftsführer Bernd Grauthoff.

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